Asthma – dauerhafte Befreiung durch Weiten des Brustkorbs

 

 

 

Was hat Asthma mit Haltung und Faszienverspannung zu tun? - Alles! - Ein Paradebeispiel dafür, dass die eigene, adäquate Körperhaltung auch für das richtige Atmen unverzichtbar ist, weil es sonst zu Einschränkungen in den umliegenden Bereichen mit verheerenden Folgen kommt. Wir bieten eine einfache und logische Therapie an, die mehr als die furchtbaren Asthmaanfälle beseitigt. Asthma ist keine Krankheit, sondern die Folge oder ein Symptom einer übergeordneten Störung. 

 

Das Ziel und der Erfolg unserer Therapie ist die Befreiung einer runtergedrückten Persönlichkeit.

 

 

 

Was ist so schwer beim Ausatmen?

 

Beim Einatmen weitet sich der Brustkorb, die Rippen steigen nach oben, das Zwerchfell nach unten, beim Ausatmen ziehen sich die Rippen nach unten zusammen, das Zwerchfell steigt nach oben, Schmerztherapie Zürich

Der Asthmatiker kann, besonders im Anfall, nicht mehr richtig ausatmen. Der Schleim bleibt in den Bronchien stecken und er hat das Gefühl zu ertrinken. Die Zwerchfellkuppel hängt bei maximaler Ausatmung in Höhe der 5. Rippe, beim Einatmen nur etwa eine Rippe tiefer. Das ist viel zu wenig Hubraum. Die meiste Luft kann nicht ausgetauscht werden bleibt im Brustraum zurück. Und jetzt geschieht zudem noch folgendes: Durch die mangelnde Ventilation der Lunge erhöht sich der CO2 Anteil. Das heisst, die Lungenalveolen enthalten zu wenig Sauerstoff. Das Gefühl, zu ersticken, ist also vollkommen real.

 

Im Asthmaanfall ist das Zwerchfell extrem zusammengezogen, bildet einen flachen (umgekehrten) Teller. Der Brustkorb ist bis zur Grenze geweitet und die Luft kann kaum durch die ohnehin verengten Bronchien raus gepresst werden. Das nebenstehende Bild verdeutlicht die Qual. Trotz Fallenlassen auf die Knie kann die Luft nicht aus dem nach vorne abgeknickten Oberkörper entweichen. Das Kreuz ist durchgedrückt, flach, verspannt. Durch Hochheben des Armes versucht der Helfer die Atemmuskulatur für die oberen Lungenspitzen zusätzlich zu aktivieren. Der Kopf mit offenem Mund ist bei gespanntem Hals nach vorne gerissen. Der Brustkorb kann sich vorne nicht mehr zusammen ziehen.

 

 

 

Hundert Atemmuskeln?

 

Wären Sie überrascht, wenn die Antwort auf die Frage „wie viele Muskeln sind aktiv bei der Atmung beteiligt?“ wenn diese Antwort lauten würde „mehrere hundert“? Es sind die vielen kleinen Muskelzüge zwischen den Rippen und die ein wenig grösseren, beiderseits entlang der Wirbelsäule, die keine eigenen Namen bekommen haben, weil es zu viele sind. All zu leicht vergessen werden die grossen, kräftigen Muskeln an der Rumpfvorder- und Rückseite. Alle sind direkt oder indirekt beteiligt, alle, die zwischen Kopf und Beinen aktiv sind. Können Sie sich vorstellen, welche unterschiedliche Folgen eine Dysbalance der verschieden Gruppen haben kann? Nehmen wir als Beispiel die Auswirkung einer einfachen Verspannung eines Muskels.

 

Ihre starken Nackenmuskeln hinten fixieren den Schultergürtel nach oben, die filigranen Halsmuskeln vorne verspannen und verengen die Atemwege, Ihre Stimme ist verklemmt und Sie können den entstandenen Kloss nur schwer runter schlucken. Die vorderen Brustmuskeln (mm. pectorales) klappen die Schulten nach vorne, verengen den Brustkorb und überdehnen (schwächen) die Rückenmuskulatur. Als Reaktion darauf müssen die Gegenmuskeln auch verspannen. Die seitlichen, fast platten förmigen Muskeln, die wie eine Spirale Brustkorb und Bauchdecken verbinden, schnüren sich zusammen. Durch den erhöhten Druck werden die Rippenatmung und die Bauchatmung deutlich eingeschränkt. Lenden- und Bauchmuskeln verspannen sich. Und schliesslich beteiligen sich auch noch Becken- und Lendenmuskeln (m. iliopsoas und m. quadratus lumborum), die teilweise bis zum Bein hinunter ziehen. Verspannung kann also weitreichende Folgen an einem ganz anderen Ende nach sich ziehen und dazwischen alles Mögliche bewirken.

 

 

 

Die grosse Pumpstation

 

Wir sollten uns noch einmal kurz vergegenwärtigen, welche Funktion Atmen eigentlich hat. Wenig in den Mittelpunkt gestellt wird die Rolle der rhythmischen Pumpbewegung, die nicht zufällig vom Zentrum unseres Ichs ausgeht. Die andere Pumpe, das Herz ist zuständig für den Transport von 5-7 Litern Blut zur raschen (Energieversorgung). Mindestens die 10-fache Flüssigkeitsmenge befindet sich zwischen den Zellen in der sogenannten Grundsubstanz. Dieses „Wasser“ kann nur fliessen, wenn es durch Muskelkontraktionen vorwärts getrieben wird. Ein Grund, warum wir uns häufiger bewegen sollten. Unabhängig davon übernimmt diese Aufgabe das Atmen, die einzige, immer tätige Pumpe, deren Wirkung an der Peripherie (grosser Zeh) noch zu spüren ist. Ein perfekter Blasebalg, der wie ein Würfel nach allen sechs Seiten funktionieren sollte.

 

Aber auch nur bei „halber“ Atmung, bei völliger Ruhe und im Schlaf, wird die Pumpe für den notwendigen Austausch sorgen. Selbst im Koma ist ein minimaler Fluss zu registrieren.

 

Aktiv an der Atmung beteiligt sind verschiedene Muskeln. Nach unten massiert das Zwerchfell die inneren Organe bis zum Beckenboden. Die Zwischenrippenmuskeln, die schrägen und geraden Brust- und Bauchmuskeln heben und senken den Brustkorb. Die obersten Muskeln der Lungenspitze (mm. scaleni) reichen hoch bis zu ersten Halswirbel und erklären damit den Einfluss des Atmens auf den Kopf.

 

Die Wirkung auf die Wirbelsäule wird zu gering gewertet. Bei jedem Atemzug streckt und senkt sich die Wirbelsäule wellenförmig und hält damit die Hirn- und Rückenmarkflüssigkeit wie mit einer Kreiselpumpe Tag und Nacht in Bewegung.

 

Die starken bindegewebigen Stränge an Vorder- und Rückseite verbinden untrennbar die inneren Hohlsysteme miteinander. Über den gegenseitigen Einfluss dieser inneren Organe ist viel geschrieben worden. Von der Mundhöhle über die Stimm(ungs)organe, den luftführenden Röhren und dem Schluckschlauch ist alles mit der Abteilung Herz verbunden und weiter nach unten führt der Weg bis zum Oberschenkel. Dieser Strasse entlang haben Inder ihre Chakren angesiedelt. In unserer Kultur weisen wir dieser Gegend den Sitz von Emotionen, Gefühl und Stimmung zu. Alles, was uns innerlich bewegt, spielt sich hier ab. Während das Herz automatisch und autonom seine Arbeit verrichtet (es hat seine eigenen Taktgeber und ist kaum willentlich beeinflussbar), lässt sich dieses ganze wunderbare, innere System durch eine angepasste Haltung und die richtige Atemtechnik ziemlich bequem beeinflussen. Eine Vielzahl äusserst renitenter Probleme, die sich jeder Behandlung widersetzen, können sich ohne weiteres in Luft auflösen, ganz zu schweigen vom Einfluss auf die Psyche. Bei ausgeglichener Haltung und vernünftigem Atmen findet man keine Depressionen.

 

Die Lunge ist eingepackt in einen Bindegewebssack, dem Brustfell (Pleura). Die Rippen sind ebenfalls mit so einem Gewebe überzogen. In dem Raum dazwischen herrscht ein Unterdruck. Die Lunge bleibt durch den äusseren Luftdruck entfaltet. Bei jedem Atemzug verschieben sich Lunge und Brustkorb gegenseitig. Dafür sorgt eine perfekte Gleitflüssigkeit dazwischen.

 

Wenn aber, wie beim Asthmatiker, der Brustkorb sich gar nicht mehr richtig nach unten zusammenziehen kann, weil die Ausatmung nur unvollständig möglich ist, dann verkleben die äusseren, nicht mehr bewegten Bereiche der Lunge mit kleinen, watteähnlichen Sprossen. Der bewegliche Anteil der Lunge wird immer kleiner und damit die Not grösser.

 

 

Entspannung

 

Eine wirksame Therapie, die das Grundübel beseitigt, kommt an einer Lösung der verspannten Körperregionen nicht vorbei, unserer Meinung nach auch nicht um eine angepasste Haltungsänderung. Sonst drohen wieder Rückfälle. Eine rein symptomatische Therapie (Spray, Kortison) wirkt nur kurzfristig. Die in der Mitte des Körpers liegende Kernkompetenz (core) beherbergt das Zentrum unserer Existenz, körperlich, ideologisch, emotional und energetisch. Die wichtigsten myofaszialen Bahnen sind Teil dieses Kernstücks. Im zusammengefallenen Zustand drückt die Kernregion Angst, Unsicherheit, Schwäche, Nervosität und Depression aus, ist sie entfaltet, so sehen wir ein strahlendes Wesen voller Selbstbewusstsein, das leichtfüssig nach oben gezogen den Anschein erweckt, alles in Ruhe bewältigen zu können.

 

Atemtherapie und Rückenschulung, vermehrt Sport zu betreiben, insbesondere das regelmässige Laufen, können einen guten Beitrag leisten zur Verbesserung, weil durch regelmässigen Schwung- und Torsionsbewegungen Muskeln und Faszien entspannt werden. Doch zu einer Befreiung werden Sie nur kommen, wenn Sie die individuelle Situation bei sich verändern. Einen schon gedehnten Muskel noch mehr zu dehnen, wie das unwissentlich häufig empfohlen wird, macht keinen Sinn.

 

Die verspannten und versteiften Bindegewebsplatten, die den Asthmatiker in eine steife Hab-Acht-Stellung zwingen, sind durch verschiedene Manipulationen zu lösen. Einfach ausgedrückt, haben wir die Aufgabe, den an mehreren Seiten verklebten Blasebalg wieder mobil zu machen. Auch hier geht es ohne Üben nicht, aber dann sind die Resultate doch bemerkenswert.

 

 

 

 

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