Baker Zyste

Viel Lärm um nichts?

Es scheint so, als müsste die offizielle Medizin vor der Baker Zyste kapitulieren. Die vielen Internetanfragen (zweithäufigste Suchbegriff) deuten darauf hin, dass es überhaupt keine vernünftige Lösung für dieses Problem gibt.

Diagnose kann jeder selbst machen

Dabei ist im Prinzip alles denkbar einfach sowohl die Diagnose als auch die Therapie.

Die Diagnose ist denkbar einfach. Jeder Laie kann sie mit seinen eigenen Fingern stellen (und tut es auch). Die Rückseite des Knies wölbt sich nach aussen wie ein Teil eines Luftballons. Beim Tasten fühlt sich das auch so an elastisch und schmerzlos. Die Kniekehle ist dicker geworden. Wenn man beide Knie durchstreckt, kann man schon rein optisch die vorgetretene Wölbung ganz gut sehen und kann die Situation vergleichen mit der Kniekehle des anderen Beins. Beugt man das Knie, kann sich das Druckgefühl in der Kniekehle erhöhen, das muss aber nicht sein.

Ein ganzes Waffenarsenal für die simple Diagnose?

Wie verkrampft die Haltung diesem Symptom gegenüber ist, wie unsicher der Therapeut sich fühlt, lässt sich allein schon an der umständlichen, aufwändigen und teuren Diagnostik erkennen. Ultraschall, natürlich Röntgenbilder und Magnetresonanz sind inzwischen Standardverfahren. Unterschiedliche Erkenntnisse sind bei keinem dieser Untersuchungen zu erwarten. Alle Bilder sind interessant, haben aber erst mal keine Auswirkung auf das weitere Vorgehen.

Nur eine Ausstülpung der hinteren Kniegelenkkapsel

Leider (für den Diagnostiker), aber Gott sei Dank (für den Patienten) ist diese Kniegelenkzyste oder Baker Zyste nur eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Ausstülpung der hinteren Kniegelenkkapsel. Irgendwelche pathologischen Anzeichen in der Umgebung fehlen, zumindest im Anfang.

Die Vorwölbung bleibt nicht gleich

Was Sie sicher gleich schon nach kurzer Zeit bemerkt haben, ist das unterschiedliche Verhalten dieser Beule. Mal ist sie grösser, mal ist sie kleiner. Schnell werden Sie auch merken, bei Belastung nimmt die Schwellung zu, schont man das Knie, wird die Wölbungen wieder flacher. Damit haben wir auch schon den einzig richtigen Ansatz zur Therapie.

Knochen dürfen nicht aufeinander reiben

Ohne Belastung (Druck auf das Knie) gibt es keine Baker Zyste. Aber warum reagiert das Knie mit erhöhter Flüssigkeitsproduktion? Betrachten wir das Knie genauer. Vier verschiedene Knochen kommen hier sehr nahe zusammen, der Oberschenkelknochen, die Kniescheibe und die beiden Unterschenkelknochen, Schienbein und Wadenbein. Viel hartes Material auf engem Raum. Und das soll alles auch gegeneinander beweglich sein, sich nicht behindern und auch nicht abnutzen. Ein Trick sind die halbmondförmigen Meniskusscheiben, die sich genial den jeweiligen Gelenkformen anpassen je nach eingenommenen Beinwinkeln.

Baker Zyste ist also ein erhöhter Druck im Kniegelenkspalt

Die andere Konstruktion ist ein Flüssigkeitssack, der zwischen allen Gelenkflächen sich regelrecht durchwurstelt. Gefüllt mit einer Gleitflüssigkeit, gibt es praktisch keine Reibung mehr bei den verschiedenen Möglichkeiten der Gelenkeinstellung. Doch wenn die Knochen sich gefährlich nähern, dann muss der Sack aufgepumpt werden, um die nötige Distanz zu gewährleisten. Nach vorne und beiden Seiten ist das Knie abgeschlossen. Hier kann nichts durch (wenigstens im Anfangsstadium). Nach hinten aber ist die grosse Öffnung. Wie bei einem Luftballon drückt sich der Wasserballon nach draussen.

Die Frage ist, woher kommt der Druck und wie können wir ihn reduzieren?

Im Knie etwas kaputt? Eben sehr lange nicht

Da es in der Vergangenheit selbstverständlich war, die Ursache da zu suchen, wo man den Schmerz verspürte, ist es auch verständlich, dass jeder hier auch am Knie die Ursache finden möchte. Inzwischen wissen wir ja, der vom Gehirn ausgesandte Schmerz ist eine Projektion und hat mit einem Schaden nur wenig zu tun. Sucht man im Knie selbst die Ursache von Schmerzen und Deformation (ausser bei Verletzungen und Unfällen) dann wird man lediglich die überall beschriebenen zwei Möglichkeiten in Betracht ziehen können, der Gelenkverschleiss (Arthrose, Gonarthrose) oder eine Entzündung (Arthritis, Rheuma, Infektion). Doch da ist wieder die Frage, wo kommen diese Verschleisserscheinungen her.

Wer mehr über Arthrose wissen möchte, bitte dort nachlesen.

Der Beginn des Dilemmas ist viel früher als wir vermuten

In der Vergangenheit haben wir immer wieder den Fehler gemacht, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Auch heute noch beginnen die meisten Patienten mit "ich hatte einen Unfall, und seitdem habe ich die Schmerzen". Könnte es nicht ganz anders gewesen sein. Könnte nicht die zunehmende Verspannung, eine immer stärkere Dysbalance mit der Folge von geringerer Beweglichkeit und verminderter Reaktion zu diesem Unfall geführt haben? Ist das nicht die richtige Erklärung und der richtige Ablauf? Dieses neue Denken hat ganz entscheidenden Einfluss auf die Therapie.

Die Behandlung (Korrektur) kann schon früh beginnen

Nur wenn wir unser Denken ändern, wird unsere Therapie erfolgreich sein. Erst haben wir eine Unausgeglichenheit (Dysbalance) im Muskel und Sehnenapparat. Das heisst, der Druck oder Zug wirkt nicht gleichmässig auf die Gelenkoberfläche. Als Folge kommt es zu einer Fehlstellung des Gelenks. Dessen Reaktion (wegen der Belastung) ist entweder Verschleiss (dünner, rissiger Knorpel) oder Umbau und Gegenwehr (arthrotische Zacken). Gleichzeitig, aber auch schon vor diesen Veränderungen kann und wird sich eine Baker Zyste bilden.

Operative Eingriffe bringen wenig

So wundert es auch nicht, dass Menschen, je älter sie werden, immer häufiger Baker Zysten bekommen. Ein längerer Druck in der Kniekehle auf Venen und Nerven kann zusätzlich bei steiferem Gewebe noch zu Thrombosen und Parästhesien (Taubheit) im Unterschenkel führen. Die meisten von Ihnen haben inzwischen auch die Erfahrung gemacht, dass die Behandlung frustrierend ist (also wenig nützt). Entweder bei sich selbst, oder bei einem Bekannten. Eine Punktion oder ein operatives Verkleinern der Zyste bringt überhaupt nichts. Die operative Korrektur eines Schadens (Abschleifen von einem Meniskusriss? ) wird von vielen Kassen schon nicht mehr bezahlt und das Spülen vom Kniegelenk ist schon lange obsolet und verbessert objektiv nichts. Lediglich das Risiko einer Infektion steigt. Ein Rezidiv ist vorprogrammiert.

Wie funktioniert das Kniegelenk

Das Kniegelenk ist von seiner Funktion her ein einfaches Gelenk. Bis auf eine leichte Rotation in der Beugung ist es im Wesentlichen ein Scharniergelenk das sich eigentlich nur nach hinten bewegen kann. Nach der Seite fehlt eine knöcherne Führung. Gehalten wird das ganze Gelenk durch einen raffiniert angeordneten Bandapparat, der etwas schier Unmögliches leisten soll, nämlich ein Höchstmass an Stabilität zu bieten, was nur bei durchgestecktem Knie mit quasi einem Schnappmechanismus erreicht wird. Gleichzeitig soll das gebeugte Knie beweglich sein.

Wechselnde Belastung beim gehen

Dieser Tatsache muss man sich besonders beim therapeutischen Gehen, einer Übung zum Ausrichten der Beinknochen, bewusst werden. Sowohl beim Stehen als auch in der Bewegung ist die Auflagefläche der direkte Kontakt zwischen Ober- und Unterschenkel, erstaunlich klein, trotz der zusätzlich eingeführten Meniskusscheibe. Die Vorstellung, über diese Fläche würde der Druck des Körpers vom Oberschenkel über das Schienbein auf den Fuss übertragen (das Wadenbein hat keine direkte Verbindung), diese lieb gewonnene Vorstellung müssen wir leider verlassen. Der Knochen würde das gar nicht aushalten. Die Verteilung von Zug und Druck erfolgt über die „weichen“ Elemente des Beins, über die Sehnen und Faszien Verbindungen der verschiedenen Muskelsysteme (Tensegrity Prinzip).

Gehalten wird das Knie von Sehnen und Bändern

Die grossen Faszien laufen vom Unterschenkel direkt zum Becken hinauf und die ziemlich mächtigen Oberschenkelmuskeln verbinden sich breitflächig rund mit den Oberschenkelknochen an dessen Längsseite (femur). So wird das Kniegelenk kaum belastet, wenn die myofaszialen Ketten nicht verkürzt sind und damit eine unnötige Spannung aufgebaut wird. Ein grosser Teil der Kraft wird je nachdem nach oben zu Rumpf und Schultern weitergeleitet oder nach unten zu Unterschenkel und Fuss. Es sind also nicht die paar Quadratmillimeter mit denen sich die Gelenkflächen berühren, die den gesamten Druck aushalten müssen. Die gesamte Oberfläche der Knochen ist dafür zuständig im lokalen Bereich (um das Knie herum). Aber um das nochmal zu betonen, ein Teil wird auch über Myofasziale Ketten in andere Bereiche des Körpers abgeleitet. Die Konsequenz daraus ist folgende. Es wird lange dauern bis ein lokaler Schaden sichtbar wird, da eben nur ein kleiner Teil des Drucks das Knie betrifft. Auf der anderen Seite werden die weiter entfernt gelegenen Bereiche einer Dauerspannung unterzogen, die zu generellen Verschiebungen und Veränderung der Haltung führt. Das Resultat ist, der ganze Körper ist mehr oder minder betroffen. Um das zu verhindern, haben wir eine Menge Zeit, bei fast allen mehrere Jahrzehnte.

Wie kommt es zu einem Schaden im Knie

Oberschenkel- und sogar Beckenmuskeln greifen nach den Unterschenkeln, Muskeln vom Fuss reichen bis zum Oberschenkel. Wenn Muskel, Sehnen und Bindegewebe die richtige Spannung haben werden die Knochen und Knorpel nur wenig belastet. Der Druck wird auf- oder abgeleitet durch die weiter aussen liegenden Spannseile der bindegewebigen Verknüpfung. Sollten allerdings die myofaszialen Verbindungen angespannt und damit verkürzt werden (durch Inaktivität oder einseitige Belastung eines Muskels), so muss sich notwendigerweise auch der Druck auf das Gelenk erhöhen.

Mit einseitiger Zugbelastung fängt die Dysbalance an

Eine Zugbelastung nach einer Seite kann der Körper im Prinzip nicht tolerieren, weil damit die beteiligten Knochen zu einer Seite hinüber gezogen würden. Um das Gleichgewicht aufrecht zu halten, müssen die Muskeln, welche die Gegenbewegung ausführen sich ebenfalls verkürzen (Antagonisten). Sonst würde sich das Gelenk in unbrauchbarer Stellung und in grotesk verrenkter Lage befinden. Der Preis für die Gegenreaktion ist aber, dass das Gelenk von mehreren Seiten durch Bänder und Sehnen zusammen gezurrt wird. Die Gewebe in dem Gelenkspalt werden zunehmend mehr zusammengepresst.

Der Knorpel wird nicht mehr gut versorgt

Damit ist die Versorgung des empfindlichen Knorpels nicht mehr hinreichend garantiert. Da Blutgefässe diesen wichtigen Teil des Körpers nicht versorgen, ist das Gewebe auf die Diffusion (Flüssigkeitsaustausch) aus der umliegenden Gelenkflüssigkeit angewiesen. Hierin ist alles, was der Knorpel braucht. Durch die Spannung von allen Seiten wird der Knorpel komprimiert und damit seine Struktur wie ein ausgedrückter Schwamm verdichtet. Das ist das Schicksal vieler Meniskusscheiben. Sie werden steif, werden bröckelig und bilden Risse. Der Körper muss nun reagieren. Was tut er? Er produziert mehr Flüssigkeit, um den Druck zu vermindern und besser zu verteilen (was natürlich nicht gelingt) und versucht dadurch dafür zu sorgen, dass die Knorpel besser ernährt werden. Die Reaktion des Körpers ist nur allzu verständlich. Damit ist die Entstehung der Baker Zyste erklärt.

Belastung, jetzt auch in Ruhe

Das Gelenk ist jetzt auch in Ruhe belastet. Je mehr sich die eine Seite zusammenzieht, umso mehr wird auch die andere sich bemühen, mit zu halten. Der Spalt wird enger (Röntgenbild), der Druck erhöht sich und es kommt zur Bewegungseinschränkung. Wir können aber das Kniegelenk nicht isoliert betrachten. Zusammen betrachtet werden sollten mindestens die sechs Beingelenke, je zwei Hüft-, zwei Knie- und zwei Fussgelenke (wenn wir die Fussgelenke als eines werten).

"Hast du Schmerzen im Knie, vergiss die Hüfte nie"

Aus der Zeit, in der Universitätsprofessoren noch Originale waren, ist der einprägsame Spruch unseres Orthopäden untilgbar in meinem Gehirn verankert "Hast du Schmerzen im Knie, vergiss die Hüfte nie". Kniepatienten bei der Prüfung zum Staatsexamen vorzustellen war des Professors Leidenschaft. Sollte aber nach Erhebung der Anamnese bei der nun folgenden klinischen Untersuchung sich der Kandidat zuerst zu dem betroffenen Knie gebeugt haben, so wurde er sofort des Raumes verwiesen. Erst die Hüften untersuchen, dann das Bein und erst dann das Knie. Manch ein heute praktizierender Arzt könnte von dieser Weisheit profitieren (und natürlich auch sein Patient). Wie gut, wenn das heute noch gelehrt würde und vor allem, wenn jeder Therapeut bei Knieschmerzen sofort auch die Hüfte in seine Überlegungen mit einbeziehen würde.

Spannungslinien und Leitbahnen bestimmen die Haltung

Das Knie steht im Zusammenhalt mit mehreren funktionellen Spannungslinien oder myofaszialen Leitbahnen, die sich individuell im Laufe des Lebens ausgebildet haben. Ein kleiner Unfall, eine Fehlbelastung, eine unpassende Haltung kann zu einer einseitig verstärkten Verkürzung führen. Ist zum Beispiel die Aussenseite des Beines verkürzt, so biegen sich die Knie nach innen (X-.Beine), eine verspannte Innenseite führt zu O-Beinen. Natürlich gibt es auch Verkürzungen nach vorne und hinten, sowie alle möglichen Mischformen. Das alles könnten wir schon frühzeitig erkennen, wenn wir uns der Bedeutung bewusst wären.

Auf die Dauer Knochenschäden unvermeidlich

Heute noch werden diese Fehlstellungen als mehr oder minder normal betrachtet oder als eine mögliche Variation der Natur toleriert. In dieser Situation wird das Gelenk nicht mehr gleichmässig belastet. Die Kraftvektoren verschieben sich. Die bisher beidseitige, flächenhafte Belastung wird mehr und mehr einseitig und punktuell. Jetzt ist die Gefahr gross, dass erst Knorpel, dann auch Knochen geschädigt wird, richtiggehend aufgerieben, der Beginn einer Arthrose? Das Problem dadurch zu verändern, dass man ein ungleich belastungsfähigeres Material im Körper einsetzt (Stahl oder Keramik), kann nur eine Notlösung sein, nachdem man jahrzehntelang nicht reagiert hat. Fast alle Kniegelenke mit Schmerzen zeigen irgendwann eine Fehlstellung der Knochen als Folge einer myofaszialen Verzerrung.

Kniefehlbelastung. Beim X-Bein sind die Sehnen des Aussenbeins zu sehr gespannt, beim O-Bein die der Beininnenseite.Testen Sie, wie weit Ihre Beine verdreht sind

Ein häufig anzutreffendes Bild sieht so aus. Beide Unterschenkelknochen sind nach aussen rotiert und zwingen den darüber stehenden Oberschenkel auch zu einer Aussenrotation. Ob das bei Ihnen der Fall ist könne Sie sofort nachprüfen, indem Sie sich vor einen Spiegel stellen und Ihre Knie betrachten. Stellen Sie sich vor, aus Ihrer Kniescheibe strahlt ein Licht. Wohin leuchtet es? Wenn Sie Schmerzen haben, wahrscheinlich nach aussen, das linke Knie wahrscheinlich ein wenig mehr. Nicht selten ist der Oberschenkel nach aussen rotiert, der Unterschenkel aber nach innen (weil der Fuss ebenfalls nach innen abgesunken ist [Senkfuss]).

Immer wieder: Spannung ausgleichen

Solch eine Missstellung gilt es zu korrigieren und aufzulösen. Sie glauben, das geht nur mit einer Operation? Weit gefehlt. Es geht zwar mit einer Operation, aber danach sind die Spannungsverhältnisse erst einmal noch mehr verschoben. Wenn das Bein wieder im Gleichgewicht ist und die Spannungen der gegenteiligen, myofaszialen Strukturen sich entsprechen, dann richten sich die Knochen ganz von selbst wieder nach dem für ihren Körper idealem Mass aus. Die Haltung wird sich ändern, die Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit wird erhöht und die Kraft wird zunehmen.

Ziel der Therapie, Schmerzen weg und Knochen ausgerichtet

Diese Therapie hat als kurzfristiges Ziel Schmerzen zu beseitigen, langfristig sollen die Knochen verschoben werden. Mit dem ersten Schritt der Behandlung sollten Sie die verschiedenen Gelenkflächen gegeneinander wieder verschiebbar machen. Wenn bei Ihnen zum Beispiel die Kniescheibe bei gestrecktem Bein nicht seitlich hin und her bewegt werden kann, so sind fibrinöse Ablagerungen auf der normalerweise völlig glatten Hinterfläche dafür verantwortlich. Das ist leicht zu beheben.

Kniescheibe beweglich machen

Kniescheibe zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und zur beiden Seiten hin bewegen. Das wird nicht nach beiden Seiten hin gleich gut gehen. Auf der Seite, die unbeweglich ist, liegt zu viel Spannung. Wahrscheinlich muss hier die ganze Muskelkette gelockert werden. Bei fast allen schmerzenden Knien ist das knieseitige (proximale) Gelenk zwischen Schienbein und Wadenbein nicht beweglich. Das bedeutet, dass die beiden eigentlich isolierten Knochen wie eine Säule (also steif) wirken und die Verbindungsfaszie als Ansatzstelle für die Unterschenkelmuskeln ihre differenzierte Arbeit nicht mehr verrichten kann. Unterschenkel und Fuss werden unbeweglich ohne ausreichende Bewegung (wie ein Pferdefuss). Das Fussgewölbe sinkt ein, die Sehnen müssen sich verkürzen.

Laufend für Beweglichkeit sorgen

Sie haben jetzt eine ganze Menge über das Kniegelenk gelernt. Sie wissen jetzt nur die zunehmende Verspannung der Muskelketten führt zu einem erhöhten Druck in den Gelenken und zu einer entsprechenden Schmerzreaktion. Als Folge davon kann es zu Veränderungen an den Gelenkflächen kommen. Ein Gleiten wird mehr und mehr schwierig. Schliesslich ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt wie in den gerade geschilderten Beispielen von Kniescheibe und oberen Schienbein-Wadenbeingelenk. Die Behandlung verfolgt den Weg zurück. Erst müssen die Gelenke wieder frei gemacht werden und dann die Muskelketten entspannt. Die Zyste allerdings werden Sie nie wieder loswerden. Es liegt an Ihnen, ob Sie sich weiter ärgern lassen. Wenn Sie Ihre Schwachstelle akzeptieren und nach einer Belastung konsequent Ihre Übungen machen, werden Sie nichts mehr von ihr hören. Wenn Sie irgendwann nachlässig sind, wird sie sich wieder melden.

Fehlhaltung belastet das Knie

Kniegelenk bei X-Bein. Der Unterschenkel ist nach aussen verschoben, die Folge einer dauernden Verkürzung der myofaszialen Strukturen der gesamten Beinaussenseite. Der äussere Gelenkspalt wird geschädigt.Eine Besonderheit soll noch erwähnt werden, weil sie praktisch alle betrifft, die in einer zivilisierten Gesellschaft leben. Durch Sitzen verkürzte Muskeln und durch gleichförmige Bewegungen verspannte Faszien Ketten ziehen die gesamte Vorderseite vom Kinn bis zum Knie nach vorne. Fast alle Erwachsenen versuchen das zu kompensieren, solange Sie noch genügend Rückenmuskulatur haben. Grob gesagt sieht dann eine Silhouette von der Seite so aus, dass der am weitesten nach vorne ragenden Teil der Bauch ist. Schultern und Füsse stehen weiter hinten (wie <). Für die Beine bedeutet das, die Waden sind völlig verspannt, weil sie das Gewicht des ganzen Körpers nach hinten ziehen müssen und die Oberschenkel vorne sind genauso verspannt, weil sie eine Gegenkraft dazu aufbauen müssen. Das leidtragende Gelenk liegt dazwischen, das Knie. Sie ahnen es. Eine endgültige Bereinigung des Knieproblems wird erst dann gelungen sein, wenn die Dysbalancen in der Haltung einigermassen ausgeglichen sind.  

Tests

Wie steht der Unterschenkel

Ihnen ist bislang die Fehlstellung in Ihrem Knie nicht aufgefallen? Machen Sie folgenden Test: Markieren Sie auf ihrer fast kreisförmigen Kniescheibe den inneren und äusseren Rand mit einem Punkt. Nun suchen Sie den groben Höcker unterhalb auf dem Schienbein auf. Er ist gut zu tasten, denn er liegt unmittelbar unter der Haut, und machen dort ebenfalls einen Punkt. Die drei Punkte sollten jetzt ein gleichschenkliges Dreieck ergeben. Sie können jetzt selbst beurteilen, wie weit das Schienbein nach aussen oder innen gebogen ist. Wenn der untere Punkt in die Mitte zeigt, ist der Unterschenkel nach innen verschoben, wenn der untere Punkt mehr nach aussen liegt, dann ist der Unterschenkel nach aussen gedreht.

Spannung der Unterschenkel

Noch ein Test, der die Frage beantwortet, sind die Unterschenkelmuskeln gleichmässig gespannt? Sie lassen die Füsse der gestreckten Beine zum Beispiel 30 cm aus dem Bett ragen. Entspannen Sie die Beine und ziehen nun langsam die Füsse zu sich hin (die Zehen bewegen sich auf Ihr Gesicht zu). Bleibt der entspannte Fuss in derselben Ebene oder weichen die Füsse (oder einer der Füsse) nach innen oder aussen ab? Wenn ja, ist etwas nicht in Ordnung.

       

 

 

 

 

 



 

 

 

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